forsaken

  Startseite
    Gedichte
    3am
    Reminiscences
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


https://myblog.de/hellsangel

Gratis bloggen bei
myblog.de





Chapter 11:
Als sie am Hyde Park, wo das Festival stattfand, ankamen, standen bereits Blazin’ Squad auf der B?hne. Es war ein komisches Gef?hl, seine Band ohne ihn zu sehen. Kenzie ?bernahm seine Parts. Einen Moment gr?belte er, ob seine Entscheidung richtig gewesen war, doch Matt zerrte ihn hektisch hinter die B?hne. „Wir m?ssen uns beeilen, wir sind gleich dran!“ Innerhalb von ein paar Sekunden wurden ihm Charlies Gitarre und zur Sicherheit die Noten in die Hand gedr?ckt, damit er sich noch einmal seine Eins?tze ansehen konnte. Matt erkl?rte ihm noch schnell ein paar wichtige Details, als die n?chste, eine ihm unbekannte, Band auf die B?hne ging. Danach w?rde er singen. Zum ersten Mal w?rde er seinen Song singen und er w?rde ihn zusammen mit Busted singen. Er seufzte. So hatte er seinen Freunden nicht mitteilen wollen, dass er sie verraten hatte, aber irgendwann w?re es ja sowieso herausgekommen. Das Geschrei der Busted-Fans riss ihn aus seinen Gedanken. „Es tut mir Leid, euch mitteilen zu m?ssen, dass Charlie im Moment keine Stimme hat“, wandte sich die Moderatorin ans Publikum. Es folgten protestierende Schreie der Fans. Er stellte sich neben Matt und James an den B?hnenrand, von wo aus die Zuschauer sie nicht sehen konnten, sie aber das Publikum. Ein paar Sekunden lang sah er seine Freunde an, dann schweifte sein Blick zu Charlie, der ja nur zusehen konnte. Er schluckte, als er sah, wer neben ihm stand. „Sag mal, hast du sie noch alle?“, fuhr er Matt an. „Charlie ist gar nicht krank, oder?“ Matt sah verlegen zu Boden. „Nein. Ich wollte dir nur helfen. Ich hab dir doch gesagt, du hast nicht alles versucht.“ W?tend drehte er sich um. „Geh jetzt nicht! Du hast doch nichts zu verlieren, oder?“ Das stimmte. Au?erdem hatte die Moderatorin gerade ihre Ank?ndigung beendet und die Fans verlangten nach dem neuen Song. „Okay.“ Matt l?chelte ihn an. „Let’s go!“ Damit sprangen die drei auf die B?hne. Er sah bewusst nicht zu seinen Freunden, die total geschockt sein mussten. Stattdessen sah er zu Ashley. Bevor sie anfingen zu spielen, sagte Matt noch leise ins Mikro: „Ich hoffe, eine bestimmte Person hier wei?, dass dieser Song f?r sie ist.“ Obwohl er innerlich so zitterte, dass er dachte er w?rde ohnm?chtig werden, find er an zu spielen und die anderen beiden stiegen mit ein. Dann sang er die ersten Zeilen, w?hrend er die Augen niederschlug. Er konnte es nicht ertragen, jetzt irgendjemanden anzusehen:
„I don’t give a damn about you, no, nothing can change my mind, no way. I’m happy just to let you walk away.”
Er war froh, dass Matt und James die n?chsten Zeilen mitsangen, denn es f?hlte sich doch etwas komisch an, zum ersten Mal seinen eigenen Song zu singen.
„Don’t think about you at night, I’m happy to be alone, it’s okay. But that was yesterday and now I’m driving in my car, words won’t get me far when they don’t mean ****.”
Jetzt sah er sie an. Er wusste, dass dies seine letzte Chance war.
„I’m calling you at 3am and I’m standing here right outside your door and I don’t think that my heart can take much more. I’m scared of cracking up again. I just want it to be like it was before, ‘cause I don’t think that my heart can take much more.”
Ihm ging es jetzt besser, er wusste nicht warum, aber er sah ihr direkt in die Augen, als er die zweite Strophe sang. Eigentlich h?tten Matt und James das tun sollen, aber sie hatten sie ihm ?berlassen.
„I don’t give a damn what you do, I’m going to get with you again and that’s the way this night is gonna end. You say that you need some time, how long does it take to see that we are more than meant to be?”
Die ?berleitung sang er wieder zusammen mit den beiden Jungs von Busted.
„And now you’re driving in your car, but you won’t get far, ’cause your car is ****.”
Als sie zum letzten Mal den Refrain sangen, verlie? Ashley langsam die Menschenmenge. Sie schien hinter die B?hne zu gehen, um dort auf ihn zu warten. Er l?chelte kurz. Sie w?rde mit ihm reden und vielleicht w?rde er sie zur?ckbekommen. Als sie fertig waren, verlie?en die drei Jungs unter dem L?rm hunderter kreischender Fans die B?hne und wie er vermutet hatte, wartete Ashley bereits auf ihn. „Wir gehen dann mal zu Charlie“, grinste Matt und verschwand mit James in der Menge. „Hi“, sagte Ashley. „Hi.“ – „Was sollte das gerade?“ – „Was denkst du denn? Ich will dich zur?ck. Die letzten Monate waren die H?lle f?r mich. Ich habe die Band verlassen. Du bist mir wichtiger.“ – „Das f?llt dir aber fr?h ein.“ Ashley klang w?tend. „Es tut mir Leid, ich wei?, ich bin ein Vollidiot. Aber bitte gib mir noch ’ne Chance. Ich liebe dich.“ – „Tja, zu sp?t, Kleiner. Ich hab keinen Bock mehr auf dich. Ich hab ’nen anderen.“ Diese Worte trafen ihn so hart wie tausend Stiche ins Herz. „Was? Aber...du kannst das doch nicht alles vergessen haben? Ich meine, f?hlst du denn gar nichts mehr f?r mich?“ – „Nein. Akzeptier das bitte und halte dich aus meinem Leben raus.“ Bevor er noch etwas sagen konnte, war sie verschwunden. Er lief ihr nicht nach, er wusste, dass das keinen Sinn haben w?rde. Stattdessen sank er zu Boden und Tr?nen schossen ihm aus den Augen. Er hatte alles verloren. Das M?dchen, das er liebte, und die Band. Und wahrscheinlich auch seine Freunde, denn die wussten ja nun, dass er sie verraten hatte. Sein Leben hatte keinen Sinn mehr. Das war sein letzter Gedanke, bevor um ihn herum alles schwarz wurde.

Epilog:
„In your eyes, I can see your smiling in your eyes…”, dr?hnt es aus dem Radio, bevor der Song langsam ausklingt. „Tja, Leute, das war sie, die neue Nummer eins. Wir kommen nun zu den Nachrichten...“ Kenzie schaltet das Ger?t aus und grinst ihn an. „Kompliment. Durch dich haben wir tats?chlich einen neuen Nummer-eins-Hit!“ Er l?chelt zur?ck. Das Festival liegt jetzt zwei Monate zur?ck. Seine Freunde waren nicht sauer auf ihn, sondern haben ihn unterst?tzt, ?ber Ashley hinwegzukommen. Wenn er heute an die vergangene Zeit zur?ckdenkt, sch?ttelt er nur den Kopf bei dem Gedanken, dass er so lange einem M?dchen hinterhergerannt ist, von dem er von Anfang an wusste, dass er bei ihr keine Chance mehr haben w?rde. Aber was ihn am meisten beunruhigt, ist die Tatsache, dass er sich zwei Mal das Leben nehmen wollte, alles nur ihretwegen. Er hatte seine Freunde verraten, war aus der Band ausgestiegen und stand schlie?lich vor dem Nichts. Aber seine Jungs haben ihn nicht im Stich gelassen. Heute wei? er, dass er gl?cklich sein kann, solche Freunde zu haben. „Hey, Mus, tr?umst du schon wieder? Wir wollen ’ne Runde Basketball spielen!“, ruft ihm Lee zu. „Ja, okay, ich komme“, grinst er und geht ihm gl?cklich hinterher.
27.6.04 19:44


Chapter 10:
„Kann ich dir noch was bringen?“ – „Was?“ Die Stimme des Kellners riss ihn aus seinen Gedanken. „Ob du noch was trinken willst?“ – „Bring mir noch ’nen Kaffee“, antwortete er wie in Trance. „Aber das ist schon dein vierter!“ – „Na und? Ich kann mir auch woanders einen kaufen“, fuhr er ihn an. „Schon gut, ich bring dir noch einen...“ Er musste nicht lange warten, er war der einzige Gast, was um diese fr?he Uhrzeit nicht verwunderlich war. Es war f?nf Uhr. Er hatte noch lange auf der Stra?e gesessen, unf?hig sich zu bewegen oder zu denken, hatte einfach nur geweint. Dann war er hierher gekommen. Er hatte sich in die N?he der Heizung gesetzt, damit er sich nicht erk?ltete, schlie?lich hatte es die ganze Zeit geregnet und seine Klamotten waren v?llig durchn?sst. Gedankenverloren starrte er auf seine Tasse. Er hatte keine Ahnung, was er nun tun sollte. Ihm war nur klar, dass er jemanden zum Reden brauchte. „Hi!“, rief Matt, als er das Caf? betrat. „Hi“, gab er leise zur?ck und musste f?r einen kurzen Moment l?cheln. Matt war der Einzige, der morgens um f?nf Uhr wach war. Wahrscheinlich hatte er wieder einmal die ganze Nacht gefeiert. „Also, was ist los? Hast du ’nen neuen Song?“, fragte er mit einem Blick auf das Notizbuch, das auf dem Tisch lag. „Nein, das...ja.“ – „Cool! Warum hast du mir das nicht fr?her erz?hlt?“ – „Weil ich ihn gerade erst fertig geschrieben habe.“ – „Oh.“ Matt setzte sich neben ihn auf einen Stuhl und las sich den Text durch. „Ist ziemlich traurig.“ – „Ja...so f?hle ich mich im Moment.“ Es war ein komisches Gef?hl. Er hatte noch nie mit jemandem ?ber seine Probleme geredet, doch jetzt hielt er es einfach nicht mehr aus. Der Schmerz fra? ihn innerlich auf. „Oh man...das tut mir Leid. Du kannst mir erz?hlen, was passiert ist, wenn du willst.“ Er atmete tief durch. Es kam ihm vor, als w?rde es ihm die Luft abschn?ren, aber er musste jetzt dar?ber reden. „Ich hatte vor Blazin’ Squad ’ne Freundin, Ashley. Sie kam mit meinem Erfolg nicht klar, hat mich vor die Wahl gestellt: Entweder sie oder die Band.“ – „Und du hast dich f?r die Band entschieden.“ Er nickte. Matt seufzte. „Das habe ich damals auch getan. Allerdings habe ich mit ihr Schluss gemacht. Ich wusste von Anfang an, dass die Band meine Zukunft ist.“ – „Das dachte ich damals auch.“ – „Dachte?“ – „Ich bin ausgestiegen.“ – „Oha...na ja...der Song ist echt gut. Wird ihr gefallen.“ – „Sie wird ihn nie zu h?ren bekommen.“ – „Warum nicht?“ – „Es hat keinen Sinn mehr.“ – „Aber jetzt wo du ausgestiegen bist...“ – „Sie will mich nicht zur?ck, okay? Ich hab’s versucht!“ W?tend sprang er auf, lehnte sich an die Wand und begann wieder zu weinen. „Ich glaube nicht, dass du alles versucht hast“, sagte Matt leise, bevor er aufstand und zu ihm ging. „Der Song ist genial. Der beste, den du je geschrieben hast. D?rfen wir ihn haben?“ – „Meinetwegen.“ Er sah nicht den Blick von Matt, der verriet, dass dieser etwas vorhatte. „Cool. H?r zu, wir nehmen den Song heute noch auf und spielen ihn heute Abend bei dem Festival. Du kommst doch auch, oder?“ – „Nein, ich hab keinen Nerv dazu.“ Matt sagte nichts weiter, legte ihm Geld f?r den Song auf den Tisch und wandte sich zur T?r. „Alles klar. Danke! Wir sehen uns.“ Seufzend steckte er die Geldscheine ein, nahm seine Sachen, bezahlte und ging nach Hause. Er w?rde sich in den n?chsten Tagen in seinem Bett verkriechen und niemanden mehr an sich heranlassen. Achtlos zerrte er die Post aus dem Briefkasten, betrat das Haus und beschloss, dass er dringend schlafen musste, schlie?lich hatte er in den letzten Wochen kaum ein Auge zugetan. Auf der Suche nach Schlaftabletten durchw?hlte er die Schubladen in der K?che. Nach wenigen Minuten fand er sie und ging in sein Zimmer, um sich hinzulegen. Er sp?rte, dass er schon kurz vor einem Kreislaufkollaps stand. Die Packung und die Post fielen ihm aus den H?nden und er setzte sich ersch?pft aufs Bett. Er war nicht m?de, weil er schlafen musste – er war m?de, weil er lebte. Er hatte nichts mehr zu tun, lebte nur noch f?r sie, obwohl er wusste, dass er sie nicht mehr zur?ckbekommen w?rde. Was hatte sein Leben also noch f?r einen Sinn? Langsam sch?ttete er den Inhalt der Packung auf sein Kopfkissen. Er konnte seinem Leben jetzt ein Ende setzen. Dann m?sste er die Schmerzen, den Kummer nicht mehr ertragen. Er nahm einige Tabletten in seine linke Hand, die zitterte. So fielen ein paar Tabletten auf den Boden. Als er sich b?ckte, um sie aufzuheben, entdeckte er einen Brief von seinen Freunden. Er schluckte, nahm sich einen Brief?ffner aus der Nachttischschublade, ?ffnete den Brief und las ihn:
„Hi!
Wir sind ziemlich geschockt, dass du einfach so ausgestiegen bist. Wir k?nnen uns das nicht erkl?ren, du schienst immer so gut drauf zu sein und hast nie etwas gesagt. Das macht uns traurig, wir sind doch deine Freunde. Du kannst immer zu uns kommen, wenn du reden willst. Wir haben dich doch noch nie entt?uscht, oder? Wir waren immer f?r dich da und daran wird sich auch in Zukunft nichts ?ndern, auch wenn du nicht mehr in der Band bist. Wir w?rden uns freuen, wenn du mal vorbeikommen w?rdest.
Mach’s gut.“
Unter dem Brief hatten alle unterschrieben. Ihm kamen wieder die Tr?nen, aber diesmal vor Freude. Er war nicht alleine, er hatte Freunde, nur schien er das die ganze Zeit verdr?ngt zu haben. Vielleicht war sein Leben ja doch nicht so sinnlos. Er legte die Tabletten auf den Nachttisch und nahm nur eine. Jetzt w?rde er erst einmal schlafen und sp?ter w?rde er einen seiner Freunde anrufen.
Doch dazu kam er nicht. Er wachte erst gegen Abend auf und wurde erst richtig wach, als jemand an seiner T?r Sturm klingelte. „Ja, ich komme ja schon!“, schrie er und stand genervt auf. Als er die T?r aufmachte, stand ihm Matt gegen?ber. „Du musst uns helfen“, sagte er atemlos. „Charlie ist krank geworden und wir haben doch gleich den Auftritt! Den wollen wir auf keinen Fall absagen.“ – „Und was hab ich damit zu tun?“ – „Naja, ich dachte, du k?nntest vielleicht einspringen, jetzt wo du nicht mehr bei Blazin’ Squad bist!?“ – „Hm...eigentlich nicht so gerne.“ – „Komm schon, bitte!“ Matt sah ihn flehend an. „Die Songs sind von dir, du bist der Einzige au?er uns, der sie fehlerfrei singen kann!“ Er dachte nach. Er hatte schon immer davon getr?umt, seine eigenen Songs zu singen und jetzt stand ihm nichts mehr im Weg. Er hatte nichts zu verlieren. „Okay, ich zieh mir nur schnell was an!“
17.6.04 22:02


Chapter 9:
Er wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Er war alleine, aber frei und gl?cklich. Gl?cklich, nicht mehr unter Druck leben zu m?ssen, wieder Zeit f?r sich zu haben. Gl?cklich, sich jetzt voll und ganz auf seine eigenen Songs konzentrieren zu k?nnen. Und gl?cklich, vielleicht sein altes Leben wiederzubekommen. Trotz der wiedergewonnenen Freiheit konnte er sich nicht wirklich freuen, denn ein Gedanke besch?ftigte ihn schon seit Stunden: Warum bekam er keine Antwort? Er hatte schon unz?hlige SMS verschickt, doch sie hatte sich nicht gemeldet. Vielleicht war der Akku ihres Handys leer, aber der m?sste inzwischen auch wieder aufgeladen sein. Vielleicht hatte sie kein Geld mehr. Das musste es sein! Er w?rde sie einfach anrufen. Sofort w?hlte er die Nummer und wartete – vergeblich. Sie ging nicht dran. Entt?uscht beendete er den Anruf. Doch aufgeben wollte er nicht, nicht jetzt, wo sich alles zum Guten zu wenden schien. Er versuchte es immer wieder, lie? es stundenlang klingeln, bis sie anscheinend ihr Handy ausschaltete, denn es tat sich nichts mehr. Traurig sank er wieder auf sein Bett. Tr?nen bahnten sich ihren Weg ?ber sein Gesicht. Er hatte lange nachgedacht, zu lange. Gleich nachdem er seinen Fehler eingesehen hatte, h?tte er handeln m?ssen, doch das hatte er nicht getan. Er hatte gedacht, dass er ?ber sie hinweg kommen w?rde, dass er es schaffen k?nnte, dass er sich mit der Band seine Zukunft aufbauen k?nnte, doch all seine Pl?ne waren gescheitert. W?hrend er immer mehr Tr?nen vergoss, die schon einen kleinen See auf seinem Kissen bildeten, ?berw?ltigten ihn die Erinnerungen, Erinnerungen an die Zeit mit ihr. Er schloss die Augen und sah die alten Bilder wieder vor sich. Die alten Orte, an denen sie gemeinsam ihre Zeit verbracht hatten, die Ber?hrungen, die K?sse und ihre Worte, von denen er gedacht hatte, dass sie ernst gemeint gewesen w?ren. Worte von einer gemeinsamen Zukunft, die nie enden sollte. Er erinnerte sich an ihre Tr?ume, doch die taten so weh, dass er sie verdr?ngte. Stattdessen kamen nun immer mehr Bilder vom Ende. Wut, Streit, Trauer. All diese Gef?hle hatte er versucht zu vergessen, doch es war ihm nicht gelungen. Er erinnerte sich an all die N?chte, in denen er wachgelegen und geweint hatte. In den letzten Wochen hatte er es nicht einmal gewagt zu tr?umen, weil er vermutet hatte, dass seine Tr?ume sowieso nicht in Erf?llung gehen w?rden. Er konnte nicht mehr tr?umen, aber auch nicht mehr klar denken. Er wusste ?berhaupt nicht mehr, was er denken sollte, war v?llig verwirrt. Seine Gedanken ?berschlugen sich, f?hlten sich wie Peitschenhiebe in seinem Kopf an. Er wollte schreien, doch er konnte keinen Ton herausbringen. Ihm war schon ganz schwindelig von den vielen Gedanken, die seinen Kopf zu sprengen drohten. Er st?hnte leise auf, bevor er schlie?lich in einen unruhigen, traumlosen Schlaf fiel. Er wusste nicht, ob er schlief oder wach war, wusste nicht wie sp?t es war, verga? sogar f?r einige Minuten, wo er war. Er konnte gar nichts mehr denken, lie? keine Gedanken mehr zu. Das Gef?hl, das er hatte, war nicht zu beschreiben. Es tat nur unendlich weh und er hoffte, dass es so schnell wie m?glich aufh?ren w?rde. Nach zwei ihm unendlich vorkommenden Stunden wachte er pl?tzlich schwei?gebadet auf. Sein Kopf schmerzte noch immer und er bewegte sich nicht. Minutenlang lag er einfach nur da, doch schlie?lich siegte seine Vernunft, die ihm sagte, dass er aufstehen sollte. Ihm wurde schwarz vor Augen. Langsam tastete er sich ins Bad, drehte den Wasserhahn auf und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Das half. Keuchend ging er zur?ck, setzte sich auf sein Bett und machte das Licht an. Er redete sich ein, dass es ihm helfen w?rde, zu schreiben. Also nahm er sein Notizbuch und einen Stift vom Nachttisch, schloss die Augen und versuchte, sich zu konzentrieren. Als er langsam eine Melodie vor sich hinsummte, die ihm gerade in den Kopf kam, gelang ihm das auch und er schrieb ein paar passende Zeilen, um seine Erinnerungen zu verarbeiten. Tats?chlich beruhigte er sich etwas. Er verzichtete darauf, sich die Zeilen noch einmal durchzulesen, denn das w?rde ihn nur wieder traurig machen. Stattdessen beschloss er, dass er etwas unternehmen musste. Wenn sie nicht zur?ckrief, w?rde er eben einen Schritt weiter gehen. Er stand auf, nahm sich seine Jacke und ging aus dem Haus. Es regnete in Str?men, doch er nahm es kaum wahr, sp?rte die eisigen Tropfen nicht. Er stieg in sein Auto und fuhr langsam los. Er hatte keine Ahnung, was er ihr sagen sollte, aber hauptsache er sah sie wieder. Sie wohnte nicht weit von ihm entfernt. Es war dunkel im Haus, aber er w?rde sie schon wecken. Er wollte ihre Eltern durch das Klingeln nicht wecken, also nahm er sich ein paar Steine, die er nach und nach an ihr Fenster warf. Er stand bestimmt eine halbe Stunde dort und wartete. Es st?rten ihn weder der Regen, noch das Gewitter, das langsam heranzog. Irgendwann ging schlie?lich das Licht in ihrem Zimmer an. Er hielt den Atem an, als sie ans Fenster trat und zu ihm hinuntersah. Ein kurzes L?cheln breitete sich auf seinem Gesicht aus, das jedoch wieder so schnell verschwand, wie es gekommen war, als sie zur?ckging und das Licht wieder ausmachte. Der Blick, den sie ihm vorher zugeworfen hatte, war eiskalt gewesen. Das ertrug er nicht. Er brach weinend auf der Stra?e zusammen, doch das war ihm egal. In diesem Moment war ihm alles egal.
15.6.04 23:09


Dein Wille

Du wolltest so viel und hast alles bekommen,
mir alles genommen.
Du wolltest, dass ich alleine bin, einsam bin
und das bin ich.
Du wolltest mich leiden sehen, schreien h?ren
und ich liege am Boden.
Doch das reicht dir nicht, du bekommst nicht genug
von der Macht ?ber mich.
Du trittst weiter auf mich ein, schl?gst mir ins Gesicht
und ich frage dich: Warum?
Einst hast du aus Eifersucht gehandelt, doch sag mir
worauf du eifers?chtig bist?
Auf einen K?rper ohne Seele, der am Boden liegt,
in Einsamkeit lebt, nichts mehr au?er Schmerz versp?rt?
Auf einen gebrochenen Menschen, der kein Vertrauen hat,
sondern von Angst und Hass beherrscht wird?
Du hast keinen Grund mehr und doch machst du weiter
mit deinen Foltern, deinen Qualen und deinem Psychoterror.
Schenke mir nur einen kurzen Blick, sieh mich an,
wie ich hier weinend liege, wimmernd und zitternd,
blutend, voller Narben, erf?llt von Schmerzen,
die alle von deinem Werk zeugen.
Sieh mir in meine kalten, leeren, tr?nenerf?llten Augen.
Sieh mir in mein schmerzverzerrtes Gesicht.
Sieh dir meine Wunden an, die jeden Tag gr??er wurden.
Sieh dir das Blut an, das aus meinen Adern schie?t,
wie es jeden Tag in gr??erer Menge heraustrat.
H?re dir die Schreie an, die ich mit letzter Kraft herausbringe.
Sieh dir an, wie ich durch die Wunden,
die du mir zugef?gt hast, langsam sterbe.
Und sieh dir an, wie ich zum Grab getragen werde.
Sieh dir an, was du angerichtet hast.
Und ich frage dich:
Ist es das, was du gewollt hast?
14.6.04 16:53


Wahrheit

Ich will keine L?gen, keine leeren Versprechen.
Ich will Wahrheit und Ehrlichkeit von dir h?ren.
Doch ich wei?, dass ich sie nicht bekommen werde.
Du gibst mir nur Verwirrung, Unsicherheit und Schmerzen.
Die Wahrheit bekomme ich nur durch Tr?nen, rote Tr?nen,
die mir sagen, dass ich lebe,
die mir zeigen, dass ich noch etwas f?hlen kann
au?er unendlicher Trauer und Leere.
Also suche ich die Wahrheit in Schmerzen,
die so stark sind, dass ich sie kaum ertrage,
und Narben hinterlassen, die ewig bleiben werden,
genau wie die Gedanken, die mich Tag und Nacht qu?len
und die ich verdr?nge, indem ich mich mit Schmerzen ablenke.
Doch diese Schmerzen sind nichts gegen den Schmerz,
der mein Herz zerrei?t, mich langsam von innen auffrisst
und mich schlie?lich umbringt.
Den Schmerz, den du verhindern kannst,
indem du mir einfach die Wahrheit sagst.
13.6.04 21:54


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung